Schutzhütte B1 Rifugio

Unsere Gruppe Binario 1 / Bahngleis 1 ist im Frühjahr 2015 während der Flüchtlingsnotsituation am Bahnhof Bozen als spontane Bewegung von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Südtirol entstanden, die freiwillig aktiv wurden, um diese Situation zu verbessern. Der Flüchtlingsstrom am Bozner Bahnhof bestand aus Menschen auf der Flucht auf dem Weg in den Norden, aber auch aus Personen, die beabsichtigten, in Italien zu bleiben. Wir haben bemerkt, dass die lokale Aufnahmepolitik immer weiter von einem Notfall ausging und nicht längerfristig zu planen schien. Hieraus entstand unser Engagement über den Bahnhof hinaus, sowohl für die Asylwerber in den Aufnahmezentren als auch für die, die auf der Straße blieben.

SCHUTZHÜTTE B1 RIFUGIO

Durch die bisherige Vorgangsweise im Aufnahmeverfahren haben nicht alle Asylwerbern Zugang zu den Aufnahmestrukturen erhalten, wie von den nationalen und europäischen Rechtsvorschriften vorgesehen wäre. Durch Anwendung der jüngsten Landesbestimmungen blieben auch besonders Schutzbedürftige auf der Straße. Durch das Engagement von Freiwilligen fanden sie zum Teil vorübergehend Zuflucht in der evangelischen Kirche und bei Privatpersonen.

Das Projekt Schutzhütte B1 Rifugio will mittels einem konkreten Beispiel eine soziale Antwort geben und zugleich Mängel im Bereich des lokalen Systems zum Schutz der Asylbewerber aufzeigen. Unser Ziel ist es, diese prekären Situationen den zuständigen Behörden aufzuzeigen und falls nötig selbst konkrete und zeitbegrenzte Maßnahmen zu ergreifen, sodass eine Lösung gemäß den gesetzlichen Regelungen gefunden werden kann.

Schutzhütte B1 Rifugio richtet sich vor allem an besonders schutzbedürftige Personen auf der Flucht. Gemäß Legislativdekret 142/2015 gehören dazu u.a. Erwachsene mit Beeinträchtigung, ältere Menschen, unbegleitete Minderjährige, schwangere Frauen, Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern, Opfer von Menschenhandel, Menschen mit schweren Krankheiten oder psychische Störungen; Personen, die nachweislich Folter, Vergewaltigung oder andere Formen psychologischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben und Opfer von Genitalverstümmelungen sind. Weitere Personengruppen denen wir uns zuwenden möchten, die im Legislativdekret Nr. 142/2015 nicht erwähnt werden, aber angesichts ihrer prekären sozialen Situation durch die Obdachlosigkeit verstärkt Risiken ausgesetzt und verwundbar sind, sind: alleinstehende Frauen und Familien mit kleineren Kindern. Es gibt Menschen, die zu den oben genannten Kategorien gehören, aber kein Dach über dem Kopf haben und ohne das Lebensnotwendige auskommen müssen, obwohl das Gesetz für sie einen besonderen Schutz und ein vorrangiges Einschreiten vorsieht. Die Schutzhütte B1 Rifugio möchte auf diese Situationen hinweisen und eine kurzfristige Unterstützungsmaßnahme anbieten.

Das Projekt sieht außerdem Unterstützung für eine begrenzte Anzahl von Personen vor, die nach positivem Asylverfahren gezwungen sind, die Aufnahmeeinrichtung zu verlassen. Diese Personen werden zeitlich begrenzt aufgenommen und bei der Arbeits- und Unterkunftssuche unterstützt.

 

Aktuell finanziert sich unser Verein fast ausschließlich über Spenden von Privaten und Unternehmen. Jeder finanzielle Beitrag ist dabei wichtig und wird von uns sinnvoll eingesetzt:

IBAN IT 55 O 08081 11601 000301015923 – BIC: RZSBIT21103

 

Mit freundlicher Unterstützung:

    

 

Info: schutzb1rifugio@gmail.combinario1.bz@gmail.com