Schon mal gehört?

MACHEN WIR EINFACH DIE GRENZEN ZU!

Grenzen zu schließen würde die Menschen nicht abhalten zu fliehen. Die Flucht wird durch Grenzschließung lediglich erschwert und auch teurer. Das Paradox: trotz internationaler, europäischer und nationaler Gesetze, die das Recht festlegen, dass Menschen einen Asylantrag stellen können, gibt es heute in Europa de facto wenig oder keine Möglichkeiten legal einzuwandern und einen Asylantrag zu stellen! Menschen auf der Flucht sind somit auf „Schleuser“ angewiesen. 1998 bis 2014 sind im Mittelmeer ca. 22.000 Menschen beim Versuch der Überfahrt gestorben. Viele Menschen nehmen lieber den Tod in Kauf als im eigenen Land zu bleiben.

 

” WARUM KOMMEN ALLE NACH ITALIEN? “

Nicht alle Menschen auf der Flucht kommen nach Italien oder nach Europa, im Gegenteil!! Flüchtlinge, die Europa über Italien betreten, sind jedoch nach EU-Recht verpflichtet, in Italien zu bleiben („Dublin System“).

 

” WIR KÖNNEN NICHT ALLE AUFNEHMEN! “

Tun wir auch nicht. Studien ergeben, dass Menschen auf der Flucht, die es nach Europa schaffen, in jene Länder wollen, wo sie bereits ein soziales Netzwerk haben, und wo es Arbeitsmöglichkeiten gibt (sie wollen bei ihrer Familie und Freunden sein, arbeiten, sich selbst erhalten). Italien steht darum meist nicht auf ihrer „Wunschliste“. Zudem herrschen in Italien teils mangelhafte und unmenschliche  Aufnahmebedingungen, die dringend verbessert werden müssen. Aufgrund der Dublin Verordnung wären allerdings viele Flüchtlinge gezwungen in Italien ihren Asylantrag zu stellen.

 

” HELFEN WIR IHNEN ZU HAUSE! “

Die EU hat zur Zeit die “Entwicklungshilfe” hierfür mobilisiert (European Agenda on Migration, 2015; Khartoum Prozess, 2014). Achtung!!! Denn „Entwicklungshilfe“ wird oft an Verhinderung von Migration und Flucht gekoppelt, das ist gefährlich. Welche Folgen hat es, wenn in diesem Prozess die EU Regierungen wie jene Eritreas finanziert, einem Land wo die Menschenrechte nicht garantiert sind, Männer lebenslangen Militärdienst leisten müssen, arbiträre Verhaftungen, Folter, Erschießungen dokumentiert werden, keine Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit herrschen? Die ersten und letzten Wahlen in Eritrea fanden 1993 statt, als das Land die Unabhängigkeit erreichte. Andere Antworten sind gefragt!